04.12.2025

Autor:
Marcel Bastian
Geschäftsführer und Prüfstellenleiter

Prüfverfahren Asphalt

Prüfverfahren im Asphaltbau dienen dazu, die Qualität, Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit von Asphaltschichten sicherzustellen. Sie erfassen sowohl Eigenschaften der Oberfläche als auch Kennwerte des eingebauten Materials. Die folgenden Verfahren zählen zu den wichtigsten Prüfmethoden im Straßen- und Verkehrswegebau.

Das IBQ Prüfinstitut ist Ihr spezialsierter Partner für Baustoffprüfungen im Straßenbau. Mit unserem Prüflabor, Baustellenprüfungen und unserem mobilen Asphaltlabor bieten wir eine breite Auswahl an Asphaltprüfungen.

Ebenheitsmessung

Die Ebenheitsmessung erfasst, wie gleichmäßig und frei von Unebenheiten eine Asphaltfläche ist. Sie wird häufig mit Richtlatten, Nivelliergeräten oder modernen Planografen durchgeführt. Eine ausreichende Ebenheit sorgt für hohen Fahrkomfort, reduziert dynamische Lasten auf die Tragschichten und verlängert die Lebensdauer der gesamten Verkehrsfläche.

Verfahren der Ebenheitsmessung von Asphalt

Die Ebenheitsmessung umfasst die Bewertung der Längsebenheit und Querebenheit einer Asphaltoberfläche. Mit Geräten wie dem Planografen werden Höhenunterschiede über definierte Messstrecken erfasst und in Profilen dargestellt. Während die Längsebenheit Aufschluss über wellenartige Verformungen, Setzungen oder unregelmäßige Übergänge gibt, zeigt die Querebenheit, ob Kantenversätze, Aufwölbungen oder lokale Unebenheiten vorliegen.

Grenzwert der Ebenheit von Aspahltstraßen

Die Bewertung der Ebenheit erfolgt anhand festgelegter Grenzwerte, die je nach Messlänge, Verkehrsbelastung und Regelwerk unterschiedliche zulässige Abweichungen definieren.

Ebenheitsmessung von Asphalt mit einem Planografen.

ELA-Texturmessung

Die ELA-Texturmessung (Erfassungs- und Bewertungssystem für Längs- und Quertexturen) untersucht die Oberflächenstruktur der Asphaltdecke. Sie liefert Informationen über Mikro- und Makrotextur, die wiederum Einfluss auf Griffigkeit, Wasserabfluss und Geräuschentwicklung haben. Die Methode ermöglicht eine schnelle, objektive Bewertung großer Streckenabschnitte und dient zur Qualitätssicherung im Betrieb und bei Abnahmen.

Schichtdickenmessung Asphalt

Die Schichtdickenmessung bestimmt, ob die einzelnen Asphaltschichten in der vorgesehenen Dicke eingebaut wurden. Dies kann zerstörungsfrei durch elektromagnetische Verfahren wie die Wirbelstromprüfung oder zerstörend durch lokale Öffnungen bzw. eine Bohrkernentnahme erfolgen. Die korrekte Schichtdicke ist entscheidend für Tragfähigkeit, Verformungsbeständigkeit und Lebensdauer der Straße.

Zerstörungsfreie Schichtdickenmessung

Die zerstörungsfreie Schichtdickenmessung ermöglicht es, die Dicke einzelner Asphaltschichten zu bestimmen, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Häufig kommen elektromagnetische Verfahren zum Einsatz, bei denen Messsonden oder Radarsysteme elektromagnetische Signale in den Untergrund senden und aus den reflektierten Wellen die Schichtgrenzen ermittelt werden.

Elektromagnetische Schichtdickenmessung im Asphaltstraßenbau

Bohrkernentnahme zur Messung der Asphaltschichtdicke

Die Bohrkernentnahme ist ein zerstörendes Prüfverfahren, bei dem zylindrische Proben aus der Asphaltbefestigung entnommen werden. Die Bohrkerne ermöglichen eine direkte Analyse des eingebauten Materials und liefern verlässliche Informationen zu Schichtdicken, Rohdichte, Hohlraumgehalt, Bindemittelverteilung und dem Aufbau der einzelnen Schichten. Sie dienen außerdem als Grundlage für weitere Laboruntersuchungen, etwa zur Beurteilung der Verdichtung oder der Materialqualität. Auch im Bereich der Betonprüfung kommt die Bohrkernentnahme zum Einsatz.

Mehr Informationen über wichtige Kennzahlen wie Rohdichte und Bindemittelgehalt finden Sie in unserem Glossar zu Baustoffkennzahlen.

Griffigkeitsmessung Asphalt

Die Griffigkeitsmessung bewertet, wie gut eine Asphaltoberfläche Reifenhaftung ermöglicht. Sie ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor, besonders bei Nässe oder hohen Verkehrslasten. Gemessen wird meist mit Schleudermessverfahren oder kontinuierlich messenden Geräten, die den Reibwert der Oberfläche erfassen. Eine ausreichende Griffigkeit ist entscheidend, um Bremswege kurz zu halten und die Verkehrssicherheit dauerhaft zu gewährleisten.

SKM-Verfahren zur Griffigkeitsmessung

Die SKM-Messung ermittelt die Griffigkeit einer Fahrbahnoberfläche im laufenden Verkehrsbetrieb. Ein Messrad wird seitlich versetzt belastet und unter definiertem Schlupf über die Asphaltoberfläche geführt. Aus der dabei entstehenden Seitenkraft wird der Seitenkraftbeiwert berechnet. Das Verfahren eignet sich besonders für längere Streckenabschnitte und liefert ein kontinuierliches Griffigkeitsprofil unter realitätsnahen Bedingungen.

Griffigkeitsmessung mittels SRT-Pendel

Die SRT-Pendelmessung ist ein punktuelles Verfahren, bei dem ein Pendelarm mit einem genormten Gummischuh über die nasse Asphaltoberfläche schwingt. Der Energieverlust durch Reibung ergibt den SRT-Wert und beschreibt die lokale Griffigkeit. Dieses Verfahren wird vor allem an kleineren Flächen oder spezifischen Stellen eingesetzt, etwa an Kreuzungen, Übergängen oder besonders beanspruchten Bereichen.

Verdichtungsprüfung

Die Verdichtungsprüfung dient dazu, die Dichte und den Verdichtungsgrad von ungebundenen und gebundenen Baustoffen zu bewerten. Sie zeigt, ob ein Material ausreichend verdichtet wurde, um die geforderte Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit zu erreichen. Eine gute Verdichtung sorgt für ein stabiles, belastbares Gefüge und reduziert das Risiko von Setzungen, Verformungen oder Schäden unter Verkehrs- oder Umwelteinflüssen.

Isotopensondenmessung

Die Isotopensondenmessung ist ein zerstörungsfreies Verfahren zur Bestimmung der Dichte und des Verdichtungsgrades direkt im eingebauten Material. Eine Sonde sendet Strahlung aus, deren Abschwächung durch den Baustoff gemessen wird. Aus diesem Signal lässt sich die Materialdichte ableiten, ohne die Oberfläche öffnen zu müssen. Die Methode ermöglicht schnelle, punktgenaue Kontrollen während des Einbaus und eignet sich besonders für Schichten im Erdbau und Straßenbau, bei denen eine kontinuierliche Überwachung der Verdichtungsqualität notwendig ist.

Verdichtungsprüfung einer Fahrbahn mit einer Isotopensonde, auch Troxler-Sonde genannt

Marshallprobekörper

Marshallprobekörper sind standardisierte Prüfkörper, die im Labor aus Asphaltmischgut verdichtet und anschließend auf Stabilität und Verformung untersucht werden. Die Marshallprüfung liefert Kennwerte wie Marshall-Stabilität und -Fließwert, die Aufschluss über die Belastbarkeit, Verdichtbarkeit und das viskoelastische Verhalten des Asphalts geben. Sie gehört zu den klassischen Laborprüfungen im Asphaltstraßenbau.

04.12.2025

Autor:
Marcel Bastian
Geschäftsführer und Prüfstellenleiter

Marcel Bastian