02.12.2025

Autor:
Marcel Bastian
Geschäftsführer und Prüfstellenleiter

Beton

Für die Bewertung und Instandsetzung von Betonbauwerken ist es entscheidend zu verstehen, welche Eigenschaften den Zustand und die Leistungsfähigkeit des Betons bestimmen. Dazu gehören sowohl grundlegende Festigkeitskennwerte als auch normierte Klassen und Qualitätsmerkmale. Die folgenden Abschnitte geben einen kompakten Überblick über die wichtigsten dieser Kennwerte und ihre Bedeutung.

Betonfestigkeit

Die Betonfestigkeit beschreibt die mechanische Widerstandsfähigkeit des Betons gegenüber Belastungen. Sie umfasst verschiedene Festigkeitsarten wie Druck-, Biegezug- und Spaltzugfestigkeit und ist ein grundlegender Indikator für die Tragfähigkeit und Qualität von Bestandsbeton.

Die Betonklassen oder Betonfestigkeitsklassen

Betonfestigkeitsklassen, auch Betonklassen genannt, ordnen Betone anhand ihrer charakteristischen Druckfestigkeit ein. Sie werden durch zwei Zahlen dargestellt (z. B. C25/30), die die Prüfergebnisse aus Zylinder- und Würfelversuchen wiedergeben. Diese Klassifizierung hilft dabei, die Leistungsfähigkeit eines Betons einzuordnen und festzustellen, ob ein bestehendes Bauteil die ursprünglich geplante oder eine noch ausreichende Festigkeit aufweist.

Festigkeitsentwicklung Beton

Die Festigkeitsentwicklung beschreibt, wie schnell Beton nach dem Einbau an Festigkeit gewinnt. Unter normalen Bedingungen erreicht Beton bereits nach 7 Tagen rund 60–70 % seiner späteren Druckfestigkeit und nach 28 Tagen den im Labor maßgeblichen Referenzwert. Je nach Zementart kann die Entwicklung langsamer oder schneller verlaufen.

Betonschicht wird auf eine Oberfläche auftragen

Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit ist der wichtigste Einzelkennwert der Betonfestigkeit. Sie zeigt an, welcher Druckbelastung der Beton standhält, bevor er bricht. Dieser Wert ist ein wesentlicher Parameter zur Beurteilung von Tragfähigkeit und Restlebensdauer eines Bauprojektes.

Wie berechnet man die Druckfestigkeit?

Die Druckfestigkeit wird aus der Bruchlast und der belasteten Fläche berechnet. Die Grundformel lautet: fc=F/A

  • F = Bruchlast (Kraft beim Versagen der Probe) in N
  • A = belastete Querschnittsfläche in mm²

Prüfung der Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit wird in der Regel an Bohrkernen oder im Neubau an genormten Würfeln bzw. Zylindern geprüft. Die Proben werden im Labor zwischen zwei Druckplatten belastet, bis sie brechen. Die ermittelten Werte dienen als Grundlage zur Beurteilung der Tragfähigkeit, zur Ableitung der Betonklasse und zur Bewertung des Zustands von Bestandsbauwerken.

Betonprüfung beim IBQ Institut

Betongüte

Die Betongüte beschreibt die allgemeine Qualität eines Betons. Sie umfasst Zusammensetzung, Verarbeitung, Verdichtung, Festigkeit und Dauerhaftigkeit. In der Bauwerksdiagnostik gibt sie Hinweise darauf, wie hochwertig der Beton ursprünglich ausgeführt wurde und wie gut er Schadensmechanismen wie Karbonatisierung, Chloriden oder Frost standhalten kann.

Betongüte beeinflusst Korrosion und Rissbildung des Materials

Die wichtigsten Kennzahlen der Betongüte

Die Betongüte wird in der Norm über verschiedene Klassen beschrieben. Dazu gehören die Druckfestigkeitsklasse (mechanische Leistungsfähigkeit), die Expositionsklasse (Umwelteinwirkungen wie Karbonatisierung oder Chloride), die Konsistenzklasse (Verarbeitbarkeit des Frischbetons), die Feuchtigkeitsklasse sowie die Gesteinskörnung und die Rohdichteklasse. Zusammen geben sie Auskunft darüber, wie der Beton hergestellt wurde und für welche Beanspruchungen er geeignet ist.

Einfluss der Betongüte auf die Chloridbelastung

Die Betongüte beeinflusst maßgeblich, wie anfällig ein Beton für chloridinduzierte Korrosion ist. Eine dichte, hochwertige Betonstruktur erschwert das Eindringen von Chloriden, während poröse oder schlecht verdichtete Betone deutlich schneller belastet werden. Zur Bestimmuung der Chloridkonzentration im Beton wird beispielsweise die Bohrmehlentnahme als Betonprüfung eingesetzt.

Frischbetonrohdichte

Die Frischbetonrohdichte beschreibt die Dichte des Betons direkt nach dem Mischen und vor dem Erhärten. Sie liefert wichtige Hinweise auf die Zusammensetzung, den Verdichtungsgrad und den Luftgehalt des Frischbetons. Obwohl der Begriff häufig im Zusammenhang mit Beton verwendet wird, ist die Rohdichte ein allgemeiner Baustoffkennwert, der auch bei Baustoffen wie Aspahlt oder Gesteinskörnungen eine zentrale Rolle spielt.

Weitere Grundlagen zur Rohdichte und anderen Baustoffkennzahlen finden Sie in unserem Straßenbaulexikon.

02.12.2025

Autor:
Marcel Bastian
Geschäftsführer und Prüfstellenleiter

Marcel Bastian